Gedanken unseres Stadtrats Dr. Eidt zum türkischen Wahlkampf

Türkischer Wahlkampf in Deutschland?

Der Wunsch Erdogans nach einer präsidialen Macht unter Einschränkung demokratischer Institutionen soll nun offenbar in Deutschland durch Wahlkampfauftritte seiner Paladine gefördert werden.  Die Ablehnung solcher Veranstaltungen ist dringend notwendig.

Bemerken denn unsere türkischen (oder türkischstämmigen) Mitbürger nicht, dass sich hier ein System etablieren will, das in Deutschland nach 1933 zum „tausendjährigen“ Nazireich führte? Wollen sie weiter die Freiheit unseres Landes genießen, aber ihr Herkunftsland in die Diktatur schicken? Dann meine ich, sollten sie nach Ankara fahren und an dortigen Jubelfeiern für den Untergang einer Demokratie teilnehmen – und hoffen, dass sie dort nicht in die Mühlen der Verfolgungsbehörden geraten und wieder ausreisen können.

Ich bin grundsätzlich dagegen, den Wahlkampf für ein undemokratisches System auf deutschem Boden führen zu lassen. Die Herren Bosdag, Zeybeker und Yildirim haben als Wahlkämpfer hier nichts verloren. Ein großes Lob den Kommunen, die ihnen die Versammlungsstätten geschlossen haben.

Wenn sie nun beleidigt sind, sollten sie sich vielleicht daran erinnern, dass sie lange Zeit unsere Bundestagsabgeordneten nicht nach Incirlik einreisen ließen, um dort stationierte deutsche Soldaten zu besuchen.

Kemal Atatürk Pascha dürfte sich angesichts dieser Entwicklung in seinem laizistischen Staat im Grabe herumdrehen.

Dr. Hans-Heinrich Eidt


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