Kongresshotel ja, aber nicht auf dem Anger!

Die FDP lehnt mit einer großen Mehrheit der Coburger Bevölkerung die derzeit diskutierte Planung eines Hotelklotzes am Anger ab. Diese Gestaltung wird von renommierten Architekten als dilettantisches Anfängerwerk kritisiert; sie ist es nicht einmal wert, vom kommenden Gestaltungsbeirat begutachtet zu werden, denn auch wenn dies dem bestehenden Bebauungsplan entspricht, gilt:

  • Die ungeheuren Maße von 7 ½ Stockwerken am Altstadtrand sind falsch;
  • Die Darstellung zeigt einen einfalllosen Plattenbau mit 25 m hohen ungegliederten Nord- und Südfassaden;
  • Falsch ist die Beauftragung eines Bauunternehmens, das bisher nur Industriehallen, aber noch nie ein Luxushotel gebaut hat;
  • Der Hotelgast blickt auf einen öden Parkplatz oder wird durch häufige Feste gestört;
  • Da ein direkter Zugang zum Kongresshaus fehlt, ist eine wirtschaftliche Synergie nicht möglich.
  • Schließlich gibt es derzeit auch keinen Betreiber für dieses Gebäude.

Der FDP-Vorstand begrüßt die erneut vorgeschlagene Alternative eines Kongresshotels entlang der Alexandrinenstraße, denn:

  • Diese wurde bereits vor über 10 Jahren im Bürgerentscheid zum Neuen Innenstadt Konzept (NIK) von der Coburger Bevölkerung mit Mehrheit angenommen.
  • Die Alternative wurde auch in einer von der Stadt Coburg 2006 in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie hinsichtlich Ort und Maß von der Denkmalspflege, der Regierung von Oberfranken und verschiedenen Gutachtern befürwortet. Die kritischen Planer, die Stadträte und kritischen Bürger sollten sich diese Studie der Fa. CBP Consulting Engineers beschaffen, um ihre nicht sachlich, sondern eher emotional begründete Ablehnung zu überprüfen. Schließlich beansprucht der Hotelbau nur ca. 5 % der Gesamtfläche.
  • Ausgehend von dieser Machbarkeitsstudie kann durch einen Architekten-wettbewerb eine Gestaltung der Fassade passend zur Fassade des Kongresshauses erarbeitet werden, falls der Investor nicht bereits eine Planung vorlegen kann, die der Gestaltungsbeirat akzeptiert.
  • Für diese Alternative gibt es mindestens einen Investor und einen möglichen Betreiber, vor allem die Welcome Gruppe. Deren CEO Schattmeier hat zwar am 17.05. bei einem Treffen mit Oberbürgermeister Tessmer, Bürgermeisterin Dr. Weber und Bauamtsleiter Karl Baier das Gebäude am Anger abgelehnt. Er sieht aber weiter den Bedarf für ein Kongresshotel in Coburg.
  • Zum wirtschaftlichen Betrieb soll er aber mindestens 120 Betten und eine direkte bauliche Anbindung an das Kongresshaus an der Alexandrinenstraße für nötig halten. Dabei sei er bereit, beide Objekte zusammen zu betreiben, setze aber eine Modernisierung des Kongresshauses voraus, um die bisherigen jährlichen Verluste von über 800.000 € zu vermeiden.
  • Das noch fehlende Baurecht könnte durch einen V+E-Plan (vorhaben-bezogenen Bebauungsplan, beschleunigtes Verfahren – rechtlich möglich) kurzfristig geschaffen werden.
  • Die eher langweilige Grünfläche im nördlichen Bereich des Geländes könnte für die Bürger attraktiver gestaltet werden.
  • Bei einer verminderten Höhe sind auch Einsprüche der Anlieger nicht zu erwarten, die Einschränkungen der Sichtbeziehung zum Rosengarten und verstärkten Verkehr in der Alexandrinenstraße befürchten. Dieser wird jedoch abgefangen, wenn die Einfahrt zu einer Tiefgarage vom Berliner Platz aus erfolgt. Ein Vorteil für die Anlieger ergibt sich aus der genannten Machbarkeitsstudie 2006: der Lärm der Volksfeste auf dem Anger wird durch den Baukörper gedämpft.
  • Und schließlich könnte auch an eine neue Nutzung des Palmenhauses gedacht und durch einen qualifizierten Planer eine gestalterische Beziehung zu der lichten Südfassade des Kongresshauses und damit ein Beitrag zur Verschönerung des Stadtbildes geschaffen werden.

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