Kostentreiber ist die Öffentliche Hand!

Das Thema „Asyl-Demographie-Wohnungsknappheit“ zum Vortrag von Sebastian Körber, dem Stellvertretenden Landesvorsitzenden und baupolitischen Sprecher der FDP, war offenbar so aktuell, dass sich am 16.6. viele Interessierte einfanden. Körber kritisierte, dass die Politik nicht die Ursachen bekämpft, sondern nur an Symptomen herum doktert und durch ständig neue verschärfende Auflagen die Bautätigkeit in Deutschland behindert.

Diskussionsrunde „Asyl-Demographie- Wohnungsknappheit“ (v.l.n.r.): Markus Latta, Dr. Ulrich Herbert, Sebastian Körber, Dr. Hans-Heinrich Eidt

Diskussionsrunde „Asyl-Demographie- Wohnungsknappheit“ (v.l.n.r.): Markus Latta, Dr. Ulrich Herbert, Sebastian Körber, Dr. Hans-Heinrich Eidt

Seiner Meinung nach sind die Wohnflächen in Deutschland ausreichend, aber falsch verteilt, weil zum Beispiel im ländlichen Raum Einfamilienhäuser leer stehen. Angesichts von ca. 800.000 Asylsuchenden, die ein Bleiberecht haben und von denen der größte Teil Familien sind, denkt auch er als liberaler Politiker daran, mit Wohnungszuweisungen das Problem zu lösen.

Die EnEV, die Energie sparen soll, bewertet er äußerst kritisch. Die ständig vermehrte Forderung nach Dämmung der Gebäude erhöht die Baukosten, obwohl die Einsparungen weit hinter dem Nutzen zurückbleiben. Er bezeichnet die EnEV auch deswegen als unsozial, weil finanzschwache Mieter durch erhöhte Mieten aus ihren Wohnungen gedrängt werden.

Vom Bund bis zu den Kommunen bringt eine ständige Flut neuer Schutzvorschriften Kosten mit sich, wie überzogener Tier-und Naturschutz, Lärm-und Denkmalschutz, Stellplatzforderungen, ausufernde Gutachten und nicht zuletzt die Dauer der Genehmigungsverfahren. Diese können gerade im sozialen Wohnungsbau nicht mehr aufgefangen werden

Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation sieht er etwa darin, dass nicht nur bei Asylantenunterkünften, sondern auch bei sonstigen Bauten viele Vorschriften, insbesondere aber die Anforderungen der EnEV gesenkt werden. Mehr Bauland muss ausgewiesen werden. Nebenkosten wie Grund- oder Grunderwerbsteuer sollen reduziert werden, Verdichtung und Flexibilisierung in den Städten sind nötig, Anreize zum Ausbau von Dachgeschossen und eine Verbesserung des ÖPNV sollen die Probleme mindern.

Er weist darauf hin, dass nur 2 % der Wohnungen in Deutschland barrierefrei sind, obwohl gerade solche Wohnungen für die immer älter werdenden Mieter dringend notwendig sind.

In der Diskussion wies der Geschäftsführer Wohnbau GmbH Coburg, Christian Meyer, darauf hin, dass die erhöhten Baukosten und die dagegen stehenden Mietpreisbeschränkungen letztlich den Wohnungsbau nicht nur bei den Sozialwohnungen gefährden.


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