Sanierung Landestheater – Interimsspielstätte muss dauerhaft nutzbar sein!

Bereits im Februar 2016 hat die FDP Coburg in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass der Freistaat Bayern 75 % der Kosten für die Herstellung einer Ausweichspielstätte (Interimsspielstätte) für das Landestheater Coburg während der Sanierung übernimmt. Es wurde weiter darauf hingewiesen, dass hierfür die Voraussetzung ist, dass dann die Ausweichspielstätte (schon damals ging es um die Angerturnhalle) unmittelbar abgerissen wird, wenn sie nach Renovierung des Landestheaters nicht mehr als Ersatzspielstätte benötigt wird. Würde die Interimsspielstätte hingegen nicht abgerissen nach Renovierung des Landestheaters, so verschiebt sich die Kostenteilung: Dann müsste die Stadt Coburg 75 % der Herstellungskosten für die Ausweichstätte übernehmen (nicht nur wie beim Abriss 25 %).

Schon damals wurde durch die FDP Coburg kritisiert, dass dies eine Verschwendung von Staats- und Steuergeldern ist, also im Endeffekt von Geldern, die von uns allen getragen werden müssen.

Der Unterschied zur jetzigen Situation war allerdings damals, dass es um Herstellungskosten für die Interimsspielstätte von 5 bis 6 Millionen Euro ging. In der Stadtratssitzung im September 2017 ging es dagegen darum, dass 6 Millionen für die Interimsspielstätte nicht ausreichen. Mit knapper Mehrheit hat der Stadtrat beschlossen, dass keine Deckelung der Kosten mehr stattfinden soll. Es wurde über Herstellungskosten zum Umbau der Angerturnhalle zur Interimsspielstätte von über 10 Millionen Euro gesprochen.

Schon im Februar 2016 forderte die FDP deshalb: „Es wäre sicherlich sinnvoll, mit dem Freistaat Bayern weitere Verhandlungen zu führen, um zu erreichen, dass die Beteiligung von 75 % seitens des Freistaats auch dann erfolgt, wenn nach der Renovierung des Landestheaters ein weiterer Einsatz der umgebauten Angerturnhallte für kulturelle Veranstaltungen erfolgen würde“. Dies gilt umso mehr, wenn sich die Mehrheit des Stadtrats dazu bereit findet, für den Umbau der Angerturnhalle mehr als 10 Millionen Euro ausgeben zu wollen. Es wäre doch dann völlig unmöglich, wenn nach vier Jahren Nutzungszeit die für mehr als 10 Millionen Euro umgebaute Angerturnhalle abgerissen werden müsste.

Im Februar 2016 und in der nunmehr bereits vergangenen 19 weiteren Monaten hat sich von den Verantwortlichen – dies ist neben dem Oberbürgermeister auch der örtliche Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach – niemand berufen gefühlt, Verhandlungen zu führen. Nunmehr, nachdem 19 weitere Monate erfolglos verstrichen sind, hört man, dass OB Tessmer Verhandlungen führen will bzw. wohl in den letzten Tagen geführt haben soll. MdB Michelbach fordert nun auch, die Interimsspielstätte als bleibende Kulturhalle zu nutzen. Dies entspricht unseren Vorschlägen aus dem Februar 2016! Es bleibt nur die Hoffnung, dass MdB Michelbach seinen Einfluss in seiner Partei geltend gemacht und erreichen kann, dass die Verschwendung von Staats- und Stadtgeldern dadurch gemindert wird, dass die Interimsspielstätte wenigstens einer dauerhaften Nutzung zugeführt werden kann bei einer Förderung von 75 % durch den Freistaat Bayern. Bereits im Februar 2016 hat die FDP in vorgenannter Presseerklärung wie folgt auf die dauerhafte Nutzung einer Interimsspielstätte hingewiesen: „Auf der anderen Seite bestünde durchaus die Möglichkeit, die renovierte Angerturnhalle dann auch weiterhin z.B. als Konzertsaal oder für allgemeine kulturelle Veranstaltungen zu verwenden. Nur so würden sich die Renovierungskosten von 5 bis 6 Millionen Euro vertreten lassen“. Leider ist allerdings diese Grenze von 5 bis 6 Millionen Euro durch den Beschluss des Stadtrats vom September 2017 beseitigt…

Verwunderlich ist, dass MdB Michelbach nur auf Druck von außen bereit ist, zu handeln, obwohl er mit seiner Partei auch die Förderrichtlinien bestimmen kann; er sitzt sozusagen an der Quelle. Aber vielleicht gilt hier: Späte Einsicht ist besser als gar keine Einsicht und vielleicht tun sich bei diesem Thema der Oberbürgermeister und MdB Michelbach zusammen und verhandeln für die Bürger, die Stadt Coburg und den Freistaat Bayern eine sinnvolle Entscheidung zur Interimsspielstätte…

Abschließend und lediglich klarstellend muss darauf hingewiesen werden, dass der Kreisvorstand der FDP in Coburg einig ist, dass die Renovierung des Landestheaters sowohl erforderlich ist, als auch unter Berücksichtigung der Beteiligung des Freistaats Bayern erfolgen muss. Das Landestheater stellt einen wesentlichen Teil des Kulturlebens in Coburg dar, weshalb sich in der Folge des Staatsvertrags mit Bayern im Jahre 1920 in einem Staatsvertrag von 1924 der Freistaat Bayern zur entsprechenden finanziellen Unterstützung des Landestheaters Coburg verpflichtet hat. Hieran ist der Freistaat Bayern ebenso zu erinnern, wie an die Tatsache, dass ein Abriss der Interimsspielstätte nach Renovierung des Landestheaters eine Verschwendung und Stadt- und Staatsgeldern darstellen würde, die unverständlich bleiben würde. Denkbare alternative Lösungen (z.B. Theaterzelt) wurden in der Stadtratssitzung vom September 2017 leider abgelehnt.


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