Zur Herstellung der Zweigleisigkeit im Bereich Güterbahnhof im Zuge des vierspurigen Ausbaus der B4

Hinsichtlich der Diskussion um den vierspurigen Ausbau des Weichengereuths wurde das vom Straßenbauamt Bamberg beim TÜV Rheinland in Auftrag gegeben Gutachten zur Zweigleisigkeit von uns in Augenschein genommen. Die dortigen Ausführungen gliedern sich dabei in drei Möglichkeiten, wobei Lösung 1 die Minimallösung darstellt. Diese sieht einen zweigleisigen Ausbau des Bereiches Güterbahnhof vor und würde im Zuge des vierspurigen Ausbaus des Weichengereuth im selben Planfeststellungsverfahren abgedeckt werden – und auch aus Straßenbaumitteln finanziert.

Interessant sind aus unserer Sicht die Möglichkeiten 2 und 3, die einen zweigleisigen Ausbau bis zum Hauptbahnhof vorsehen. Die Möglichkeiten unterscheiden sich, welche Bahnhofsgleise als Durchfahrtsgleise angebunden werden. Wünschenswert wäre, dass hier die ICE-Bahnsteige direkt an die zwei Gleise, die vom Weichengereuth kommen, angebunden werden und es wenig Verschwenkungen gibt (sg. Lösung 3) da nur so ein reibungsloser Ablauf im Hinblick auf einen ICE-Stundentakt gewährleistet ist. Beiden Planungsvarianten gemein ist, dass nur die Zweigleisigkeit bis zur Frankenbrücke finanziert wird. Die Finanzierung von der Frankenbrücke bis zum Hauptbahnhof muss die Deutsche Bahn sicherstellen.

Die Stadt Coburg sollte sich im Hinblick auf ihre Initiative zum zweigleisigen Ausbau nach Süden dringend mit den Planern in Verbindung setzen, um dieses Projekt schnellstmöglich in Angriff zu nehmen.

Aus Sicht der FDP Coburg-Stadt bestehen keine Einwände gegenüber der im Gutachten aufgeführten Zweigleisigkeit. Die Gleise sollen durchgängig mit 100 km/h befahren werden können, so dass sowohl für ICE als auch für die S-Bahn keine Einschränkungen zu erwarten sind und die Situation damit verbessert werden würde.

Dennoch sehen wir keine Notwendigkeit eines vierspurigen Ausbaus des Weichengereuths. Vielmehr sollte die Situation dort durch die Einrichtung von Linksabbiegerspuren (Ahorner Berg, Samuel-Schmidt-Straße) sowie ggf. Ampeln verbessert werden. Zusätzlich müsste auch der Fuß- und (getrennte) Radweg neu angelegt werden. Hier könnte eine kleine Verbreiterung in Richtung Bahn den nötigen Platz schaffen. Weiterhin müssten auch die Unterführungen in der Wassergasse entsprechend erneuert und verbreitert werden und die schon von der Stadt Coburg gemachten Planungen zur Radwegführung in diesem Bereich einfließen. Dies würde aus unserer Sicht für eine massive Verbesserung des Verkehrsflusses sorgen.

Sollte sich der Stadtrat für einen vierspurigen Ausbau entscheiden, ist die Kopplung der Planfeststellung für Straße und Bahn aus unserer Sicht eher hinderlich, würde eine Klage gegen das Planfeststellungsverfahren – wie sie nach den Diskussionen der letzten Wochen auf jeden Fall zu erwarten ist – auch den Bahnausbau für längere Zeit lähmen. Warum man in der
aktuellen politischen Diskussion Geld für den Schienenausbau (das offensichtlich vorhanden ist) nur zeitgleich mit dem Straßenbau zur Verfügung stellen kann, erschließt sich uns in keinster Weise.

Jens-Uwe Peter
Stellv. Kreisvorsitzender


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