Landestheater in der Angerturnhalle?

Für die Zeit der Renovierung des Landetheaters wird eine Übergangsspielstätte gesucht. Herr Cosack vom Hochbauamt will in einer Machbarkeitsstudie prüfen, ob dafür die Angerturnhalle geeignet sein könnte.

Die Studie kann aber unterbleiben, wenn man die schon bestehenden Probleme bedenkt. Hieß es nicht, eine „Ertüchtigung“ der Angerturnhalle soll ca. 4 Millionen € kosten, um die Sicherheit für den Publikumsverkehr  herzustellen? Man investiert also welche Summe auch immer in ein Provisorium, um es dann wieder abzureißen? Ein Schildbürgerstreich!

Und warum braucht das Theater eine Raumhöhe von ca. 10 Meter?

Wohl nur, um hohe Kulissen aufstellen und gelegentlich Personen hinauf- oder hinunterschweben zu lassen. Sieht man „moderne“ Inszenierungen, bei denen – siehe „Entführung aus dem Serail“ – die Liebespärchen sich unbedingt in der Toilette eines Schulhauses herumknutschen müssen, kann man auf diese Kulissen sicher verzichten. War es nicht das Theater von Shakespeare in Stratford on Avon, in dem die großen Dramen ohne jede Kulisse aufgeführt wurden. Die Kraft der Sprache beschrieb dem Zuschauer, wo sich dargestellten Personen gerade aufhielten.

Das wäre doch die Herausforderung an ein engagiertes modernes Theater, diese Kraft des Wortes wieder in den Vordergrund zu stellen. Zudem gibt es in Coburg viele Möglichkeiten, während der theaterlosen Zeit musikalische und schauspielerische Kleinkunst zu gestalten: die Reithalle,  Leise am Markt,  der neue Hexenturm,  das HUK-Foyer. Hier ist der künstlerischen Fantasie keine Grenze gesetzt – und vielleicht kommt sogar etwas künstlerisch Besseres aus diesen Bemühungen heraus?

Philip Herr,  stv. Kreisvorsitzender der FDP Coburg


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